Smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum – Ergebnisworkshop zur Nachfrageanalyse

Wie gestaltet sich die aktuelle Nutzung von öffentlichen Verkehrsangeboten im Erzgebirge und was könnten speziell in ländlichen Regionen Barrieren für die Nutzung von zukünftigen, smarten Mobilitätsleistungen sein? Dieser Frage widmeten sich der erste Teil des SRCC-Projektes „Smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum“. Dieses Projekt des BMBF-geförderten Gesamtvorhabens „Smart Rail Connectivity Campus“ wird von der Professur Unternehmensrechnung und Controlling koordiniert. Die Nachfrageanalyse, bestehend aus einer Problemfeldanalyse und verschiedenen NutzerInnen-Studien wurde von der Forschergruppe Allgemeine und Arbeitspsychologie durchgeführt und beinhaltete eine umfassende Online-Befragung, vor-Ort-Interviews sowie zwei Fokusgruppen mit Expert*innen und Nutzer*innen. Als Abschluss der Nachfrageanalyse wurde Ende September eine Ergebnisdiskussion mit beteiligten Projektpartnern, Expert*innen und weiteren interessierten Personen als Hybrid-Veranstaltung (online und in Präsenz) im Ratssaal in Marienberg veranstaltet.

Die präsentierten Ergebnisse weisen auf eine geringe Nutzung des ÖPNV hin. Nur ca. ein Zehntel der Personen nutzen im festgelegten Mobilitätsraum Erzgebirge dieses Angebot. Die wichtigsten Hindernisse für die Nutzung bestehen in der aktuellen Taktung des ÖPNV sowie den Angeboten am Wochenende und abends. Weiterhin wünschten sich die Befragten einen besseren Zugang zu aktuellen (digitalen) Informationen und die Möglichkeit, Tickets online zu erwerben. Aus ExpertInnen-Sicht ist zudem die gesellschaftliche Einstellung gegenüber dem ÖPNV bzw. dem eigenen PKW ein wichtiger Einflussfaktor für die Nutzung des ÖPNV.

Im Ergebnisworkshop diskutierten die Teilnehmenden Ansatzmöglichkeiten zur Überwindung der bestehenden Hindernisse aus der Perspektive der (potenziellen) NutzerInnen. Dabei lag der Fokus auch auf der Umsetzbarkeit einzelner Maßnahmen. Nach ersten, in den kommenden Monaten zu vertiefenden Einschätzungen erscheinen eher lokale und ortsspezifische Mobilitätskonzepte vielversprechend, die in das übergeordnete Verkehrsnetz und die bestehenden ÖPNV-Angebote integrierbar sind. Diskutiert wurde auch ein zentral koordinierter Informationsaustausch zwischen verschiedenen, an Mobilitätsleistungen beteiligten Akteuren, um aktuelle Informationen den NutzerInnen möglichst in Echtzeit zur Verfügung stellen zu können.

Im weiteren Projektverlauf werden nun noch bis Ende 2021 Konzepte entwickelt, die auf Basis der NutzerInnen-Studien dazu beitragen sollen, smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum aufzubauen, und zu integrieren und dabei die spezifischen Gegebenheiten des „Mobilitätsraumes“ Erzgebirge berücksichtigen.