Startschuss für den ersten Bauabschnitt am unteren Bahnhof in Annaberg-Buchholz

Konkreter Planungsauftrag durch die Stadt Annaberg-Buchholz an Berliner Büro vergeben

Entsprechend der Pressemittelung der Stadt Annaberg-Buchholz hat der Stadtrat Annaberg-Buchholz den Startschuss für den ersten Bauabschnitt des Bahn-Forschungscampus der TU Chemnitz am Unteren Bahnhof in Annaberg-Buchholz gegeben. Es handelt sich um die Rekonstruktion des nördlichen Kopfbaus sowie einen neuen Anbau. Einstimmig wurde dazu am 26. März 2020 per Umlaufverfahren der Planungsauftrag an die Studioinges Architektur und Städtebau GbR in Berlin vergeben. Das Büro ging als Sieger aus einem, von der Stadt ausgelobten Architektenwettbewerb hervor. Insgesamt hatten sich dafür 24 Büros beworben. Davon wurden acht für die Teilnahme am Wettbewerb ausgelost. Nach dem Abgabeschluss am 2. März 2020 bewertete ein Preisgericht am 11. März 2020 vertraulich und anonym die fünf eingereichten Arbeiten und unterbreitete dem Stadtrat einen Vergabevorschlag.

Das Berliner Büro sei aus Sicht des Preisgerichts sehr sensibel mit dem historischen Gebäude umgegangen und habe außerdem selbstbewusst und dennoch zurückhaltend einen eingeschossigen pavillonartigen Baukörper nach Norden hin ergänzt. Die transparente Fassade des dort untergebrachten Kreativbereichs zeige zukunftsweisend die neue Nutzung durch den Forschungscampus nach außen. Außerdem erhöhe die Verbindung von Innen- und Außenräumen im Erdgeschoss unter Einbeziehung der Außenanlagen die Nutzungsmöglichkeiten des Campusgeländes. Weiterhin nehme die horizontale Orientierung des neuen Baukörpers die Dynamik eines fahrenden Zuges auf. Darüber hinaus sei die sachlich-moderne Fassadengestaltung auch auf weitere Bauabschnitte gut übertragbar. Außerdem wurde gewürdigt, dass der neue Seminarbereich getrennt vom Besucherverkehr erreichbar ist. Positiv wurde auch die gelungene Verzahnung von Neubau und Altbau im Erdgeschoss und der weitgehende Erhalt der Räume im Obergeschoss bewertet. Der klare Gesamtentwurf habe eine hohe gestalterische Qualität.

Die vorläufigen Kosten für die Rekonstruktion des nördlichen Bahnhofsgebäudes, der Innenräume und des neuen Anbaus schätzt das Planungsbüro auf 2.715.635,93 €.

Der weitere zeitliche Ablauf ist wie folgt geplant: Zunächst werden die Leistungsphasen 2 bis 3 inklusive der Fachplanung (Elektro, Heizung, Lüftung, Sanitär und Tragwerk) von der Stadt beauftragt. Das sind Vorplanung und Entwurfsplanung inklusive der Kostenermittlung. Die ermittelten Zahlen dienen als Grundlage für einen entsprechenden Förderantrag. Voraussichtlich im September soll der Bauantrag gestellt werden. Nachdem der Förderbescheid vorliegt, können erste Arbeiten ausgeschrieben werden. Das ist zunächst die Entkernung des Gebäudes. Weitere Bauarbeiten folgen ab dem Frühjahr 2021.